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Radonvorkommen in der BRD

Radon_-_Verteilung.pdf

Radon und Gesundheit

Über die Hälfte der natürlichen Strahlenbelastung des Menschen resultiert aus der Inhalation des radioaktiven Edelgases Radon und seiner Folgeprodukte in Gebäuden.

 

 

 

 

Radon ist damit ein ernst zu nehmender Innenraumschadstoff und stellt eine nennenswerte Gesundheitsgefährdung dar. Nach dem Rauchen ist es die häufigste Ursache für Lungenkrebs; ca. 9 % der Lungenkrebstoten sind auf Radon zurückzuführen. Die Belastung in Häusern kann nicht mit der Situation während einer kurzzeitigen Radontherapie (z.B. Radonbad) verglichen werden. Hier müssen therapeutischer Nutzen und mögliche Risiken abgewogen werden.

Alle Gesteine und Böden enthalten natürlicherweise radioaktive Elemente wie Uran, Thorium und Radium. Radon wird durch den Zerfall von Radium gebildet und gelangt so in die Bodenluft. 

Die Radonkonzentration in der Bodenluft variiert in Abhängigkeit vom geologischen Untergrund zwischen ca. 2 und mehr als 1.000 kBq/m³ (1 kBq/m³ = 1.000 Bq/m³). Die Radonkarte von Deutschland zeigt die regionalen Unterschiede.

Das im Baugrund befindliche Radon gelangt durch die erdberührten Wände und den Kellerboden des Hauses in die Raumluft.

Rohr- und Kabelzuleitungen oder Risse im erdberührten Bereich begünstigen den Radontransfer in die Räume. Neben dem Baugrund spielen die Baumaterialien und die Art der Bauausführung eine Rolle für die Höhe der Innenraumbelastung.

In Abhängigkeit von der Luftzirkulation variieren die Radongehalte im Haus; bei üblicher Bauweise nehmen sie vom Keller zu höheren Etagen ab. Der Jahresmittelwert der Radonkonzentration in Gebäuden in Deutschland liegt bei ca. 50 Bq/m³, Raumluftgehalte bis zu einigen 1.000 Bq/m³ sind aber möglich. Grenzwerte existieren in Deutschland nicht; man orientiert sich aber an den EU-Richtwerten von 400 Bq/m³ für ältere Häuser und 200 Bq/m³ für Neubauten. Die Bundesregierung empfiehlt mittlerweile sogar einen „Zielwert“ von 100 Bq/m³.

Schutz vor Radon bieten Präventivmaßnahmen bei Neubauten und Sanierungsmaßnahmen bei bereits bestehenden Gebäuden.

Für Neubauten kann eine allgemeingültige Vorgehensweise bei  vertretbarem Kostenaufwand empfohlen werden, die sich an Schutzmaßnahmen gegen Bodenwasser orientiert. Hilfreich ist die Kenntnis der Bodenluftkonzentration, die im Baugrund über eine Bodenluftsonde gemessen wird. Bei bestehenden Gebäuden ist stets der Einzelfall zu betrachten und ein Kompromiss zwischen technischen Möglichkeiten und finanziellem Aufwand zu suchen (z.B.: Einbau einer Dampfsperre).

Quelle: www.radon-info.de